Für eine korrekte Anzeige der Inhalte dieser Website muss die JavaScript Funktion aktiviert werden.


Nicht immer sind Menschen mit Handicap herzlich willkommen


Öffentliche Einrichtungen erhalten Plakette für „Behindertenfreundlichkeit“

Jülich. „Menschen mit Handicap - herzlich willkommen!“ steht auf dem Signets, das der Arbeitskreis Integration der Stadt Jülich behindertenfreundlichen öffentlichen Einrichtungen, Geschäften, Praxen und Gaststätten in Jülich verleiht.

„Wir wollen mit der Auszeichnung das Bewusstsein der Leute schärfen im Umgang mit Menschen mit Handicap und auch einen Anreiz schaffen, dass Räumlichkeiten behindertengerecht gestaltet werden“, erklärt Beate Wirth-Weigelt die Idee. Dass Menschen mit einer Sehbehinderung und Rollstuhlfahrer in Geschäften oft mit Problemen konfrontiert sind, wissen Christoph Beckers und Lothar Schubert nur zu gut. „Vor vielen Geschäften sind Stufen, so dass man als Rollstuhlfahrer nicht hineinkommt oder nur mühsam mit fremder Hilfe. In den Geschäften selber ist es oft so eng, dass man nicht durchkommt. Solche Läden meidet man dann. Als Rollstuhlfahrer hat man da einfach keine Chance“, weiß Christoph Beckers aus eigener Erfahrung. „Menschen mit Sehbehinderung finden bei den vielen Auslagen oft den Eingang nicht. Griffe oder akustische Signale würden da helfen“, weiß Lothar Schubert. Außerdem würden von behindertenfreundlichen Räumlichkeiten auch ältere Menschen und Familien mit Kinderwagen profitieren.

Nicht weniger wichtig ist dem Arbeitskreis die persönliche Komponente. „Wir fühlen uns in Jülich sehr angenommen. Aber es gibt immer noch Menschen, die lieber die Straßenseite wechseln“, bedauert Christoph Beckers. Zusammen mit seinem Mitbewohner im Stammhaus hat er das Signets entworfen, das in möglichst vielen Geschäften der Innenstadt hängen soll. „Eigentlich muss jeder eine solche Plakette haben wollen“, findet Katarina Esser. Es gehe nicht darum, zu reglementieren, sondern Menschen in Jülich für die, die „anders“ sind zu sensibilisieren. Bis Anfang Oktober werden an rund 200 Geschäfte Fragebögen verschickt, die als Anregung für künftige Verbesserungen dienen.

14.09.2009

Quelle: Super Sonntag / Super Mittwoch