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Mangelernährung


Mangelernährung wird hauptsächlich mit Ländern der so genannten Dritten Welt in Verbindung gebracht. Es überrascht deshalb, dass Mangelernährung auch in westlichen Pflegeeinrichtungen zum Problem werden kann. Doch nicht nur in Krankenhäusern tritt dieses Problem auf, auch in Pflegeeinrichtungen und Pflegeheimen sowie der ambulanten Pflege sind viele (ältere) Menschen mangelernährt.

 Der Begriff "Mangelernährung" bedeutet wortwörtlich: „ein körperlicher Zustand, der auf einen Mangel an Nährstoffen zurückzuführen ist und eine verringerte biologische Funktion zur Folge hat“. In Deutschland ist folgende Definition vorherrschend: Mangelernährung ist ein "anhaltendes Defizit an Energie und/oder Nährstoffen im Sinne einer negativen Bilanz zwischen Aufnahme und Bedarf mit Konsequenzen und Einbußen für Ernährungszustand, physiologische Funktionen und Gesundheitszustand".

Eine ausreichende und vielseitige Ernährung, sowie eine angemessene Ernährungstherapie können den Heilungsprozess unterschiedlicher Erkrankungen unterstützen und dazu beitragen, Komplikationen zur verhindern. Grund genug, um dem Thema Mangelernährung in Gesundheitseinrichtungen im Rahmen der LPZ- Erhebung besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Erhebungen sollen Daten zur Häufigkeit sowie Erkenntnisse über Zusammenhänge beim Auftreten von Problemen in der pflegerischen Versorgung liefern, um gezielte Maßnahmen zur Prävention und Behandlung der Pflegeprobleme planen zu können. Mit den Ergebnissen aus den Untersuchungen soll eine Grundlage zur nachhaltigen Verbesserung der Qualität in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen geschaffen werden.

In Deutschland wird von der Universität Witten/Herdecke, Institut für Pflegewissenschaft in Kooperation mit der Universität Maastricht eine solche Erhebung für den Bereich der Mangelernährung durchgeführt. Das Ziel dieser Erhebung ist es, Daten zum Auftreten der Mangelernährung für den Bereich der stationären Altenpflege für Deutschland zu erhalten, für die es bisher nur Schätzungen und Mutmaßungen gibt. Die Informationen werden mit denen der anderen Teilnehmer/innen des Projektes anonym zusammengefasst und wissenschaftlich ausgewertet.

Anschließend werden diese Daten Ihrem Altenpflegeheim zur Verfügung gestellt. Die einrichtungs- und wohnbereichsbezogene Datenauswertung können die Einrichtungen als Hilfestellung für ihre individuelle Qualitätsentwicklung nutzen. Ein Rückschluss auf einzelne Personen wird aus den Ergebnissen nicht möglich sein. Ebenso sollen die Ergebnisse anonymisiert in entsprechenden Fachzeitschriften veröffentlicht und auf Kongressen vorgestellt werden. Die LPZ- Erhebung dient daher als wichtiges Instrument zur Auswertung und Überwachung. Das Screening stellt ein wichtiges Element dar, um Patienten und Bewohner mit einem Ernährungsrisiko frühzeitig zu erkennen, durch eine adäquate Behandlung weitere Komplikationen zu verhindern und den Heilungsprozess von Krankheiten zu fördern. In Deutschland gibt es im Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) ein Expertenstandard „Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege“.

Das Modul bietet der Einrichtung einen Einblick, in welcher Hinsicht Fortschritte möglich sind, um die Qualität der Pflege auf dem Gebiet von Mangelernährung zu optimieren. Die jährliche Erhebung dieses Moduls ermöglicht es, Interventionen auszuwerten und zu überwachen, um das Problem der Mangelernährung innerhalb der eigenen Einrichtung auf kontinuierliche Weise nachhaltig zu lösen.